Wenzlik Johann

Geboren:
03.03.1925, Hultschin
Verstorben:
2019,  Kanada
Rang:
Unteroffizier

Johann Wenzlik wurde am 13. Januar 1943 in Polen zum Reichsarbeitsdienst (RAD) eingezogen. Am 10. April 1943 trat er in die Wehrmacht ein und wurde an die Südfront in Italien verlegt, wo er in der Panzerjäger-Abteilung 33 der 15. Panzergrenadier-Division diente. Er kämpfte bis April 1944 bei Monte Cassino, als seine Einheit zur Wiederbewaffnung nach Ostpreußen zurückgezogen wurde. Nach dem Rückzug wurde er der Panzer-Lehr-Division zugeteilt. Nach dem Einmarsch in die Westfront wurde er mit seiner neuen Einheit an die Front in Frankreich verlegt. Am 29. Juli 1944 geriet er im Rahmen der Operation Cobra in Saint-Denis-le-Gast in amerikanische Gefangenschaft.

Es gibt zwei Versionen seines Schicksals nach der Gefangennahme:

1. Er verbrachte den Rest des Krieges in einem Kriegsgefangenenlager in England, aus dem er 1946 entlassen wurde.

2. Während seiner Gefangenschaft schloss er sich der tschechoslowakischen Auslandsarmee an und zeichnete sich in den Kämpfen um Dünkirchen aus. Sollte diese Aussage zutreffen, verlief seine Laufbahn als Widerstandskämpfer folgendermaßen:

Am 22. August 1944 trat er in Großbritannien der tschechoslowakischen unabhängigen Panzerbrigade bei, wo er unter dem Decknamen Václav Srnec diente. Das tschechoslowakische Kommando nutzte seine Erfahrung mit deutschen Panzern und teilte ihn dem 2. Panzerbataillon zu. Während der Belagerung des Hafens von Dünkirchen bewies er seine militärischen Fähigkeiten.

Es ist möglich, dass er den Dienst in der Exilarmee erfunden hat, um der Verfolgung in der Nachkriegs-Tschechoslowakei zu entgehen.

Nach dem Krieg wanderte er 1946 mit seiner Familie nach Kanada aus.

Seine Worte:

„Gott sein Dank wurde ich in dem ganzen Krieg nie verwundet, nur tausendmal wiedergeboren!“

Er starb im Jahr 2019.

Auszeichnungen (falls die zweite Version der Geschichte stimmt):

  • Tschechoslowakische Militärgedenkmedaille mit Beschriftung Großbritannien
  • Tschechoslowakische Medaille für Tapferkeit vor dem Feind

Höchster deutscher Dienstgrad: Unteroffizier

Höchster tschechoslowakischer Dienstgrad in der Exilarmee: Vojín (Soldat)

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