Ulitzka Josef

Geboren:
17.01.1914, Odersch
Verstorben:
15.07.2008, 
Rang:
Unteroffizier

Josef Ulitzka diente vor dem Krieg vom 1. September 1936 bis zum 25. November 1939 in der tschechoslowakischen Armee. Als Bürger des zum Deutschen Reich gehörenden Hutlschiner Ländchen wurde er aus der Armee entlassen. Vor seiner Entlassung war er an der Grenze zu Österreich im 27. Infanterieregiment der 8. Kompanie von Valašské Meziříčí eingesetzt. Nach seiner Entlassung aus der Armee ging er nach Deutschland, um dort zu arbeiten, und trat am 1. Oktober 1940 in Guben (Brandenburg) in die Wehrmacht ein. Er diente im Pionierbataillon 123 der 123. Infanteriedivision. Nach Kriegsausbruch mit Russland wurden Josef Ulitzka und seine Einheit an die Ostfront verlegt. Sie griffen als Teil der Heeresgruppe „Nord“ durch Ostpreußen in Richtung Litauen an. Jede Kompanie verfügte über eine zehnköpfige Pioniergruppe, der auch Josef angehörte. Ihre Lage war noch schwieriger, da sie stets als Erste vorrücken und Hindernisse beseitigen mussten, damit die anderen Einheiten schnell vorrücken konnten.

Sie marschierten 40 bis 50 Kilometer am Tag. Ende August 1941, als sich die 123. Infanteriedivision bis zum Fluss Lovat nahe der Stadt Cholm im Nordwesten Russlands durchgekämpft hatte, wurde Josef Ulitzka bei einem Artilleriebeschuss verwundet (Grapschtreffer am Kopf). Nach der Erstversorgung wurde er zum Bahnhof Welikije Luki gebracht und von dort mit dem Zug ins Lazarett nach Dünaburg (Litauen) transportiert, wo er operiert wurde. Seine Reise führte ihn weiter durch Lyck (heute Elk, Nordwestpolen), wo er einige Tage in einem Lazarett verbrachte. Am 29. August 1941 wurde ein Lazarettzug entsandt, der Josef ins Lazarett nach Niederbreisig (heute Bad Breisig, Rheinland-Pfalz, Deutschland) brachte. Nach zweimonatiger Behandlung wurde er aus gesundheitlichen Gründen nach Hause beurlaubt und meldete sich anschließend bei seiner Einheit in Landsberg an der Warthe (heute Gorzów Wielkopolski, Polen).

Dort wurde er den Köchen zugeteilt und übernahm nach kurzer Zeit die Küchenleitung. Fünf Monate später wurde er dem Afrikakorps zugeteilt und absolvierte einen Kochkurs in Berlin-Spandau. Anschließend reiste er mit 200 anderen Männern von Berlin nach Athen in Griechenland. Von dort wurden sie mit Junkers Ju-52-Transportflugzeugen über Kreta nach Tobruk in Nordafrika gebracht. Er wurde als Chefkoch dem Panzergrenadierregiment 115 der 15. Panzerdivision zugeteilt.

Nach der Schlacht von El-Almein wurden die deutschen Truppen nach Tunesien zurückgedrängt, wo Josef Ulitzka zweimal verwundet wurde. Die erste Verwundung ereignete sich im März 1943, die zweite am 8. Mai 1943 und war schwerwiegend. Er wurde in ein Lazarett in Tunis gebracht und dort zwei Monate lang behandelt. Sein Regiment wurde anschließend in Tunesien vernichtet. Am 16. Mai 1943 geriet er selbst im Lazarett in Gefangenschaft. Nach seiner Genesung wurde er in ein Gefangenenlager gebracht, aus dem ihm die Flucht gelang. Er wurde jedoch wieder gefasst und per Schiff in den US-Bundesstaat Oklahoma deportiert.

1946 wurde er nach Frankreich entlassen. In der Tschechoslowakei musste er zwei Monate im berüchtigten Gefangenenlager Pilsen verbringen, bevor er schließlich in die Heimat zurückkehren konnte.

+15.07.2008

Auszeichnungen:

  • Verwundeten-Abzeichen in Schwarz

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