Stanjura Josef

Geboren:
19.09.1919, Groß Hoschütz
Grablage:
U-Boot-Denkmal Laboe/Kiel-Möltenort in Deutschland
Verstorben:
Gefallen:
11.06.1943
Rang:
Obermaat

Josef Stanjura trat zu Kriegsbeginn in die Kriegsmarine ein. Angesichts seines Dienstgrades war das U-Boot U-417 (Typ VII-C), auf dem er ab September 1942 diente, sicherlich nicht sein erstes Schiff oder U-Boot. Das U-Boot U-417 wurde auf der Danzinger Werft AG in Danzing gebaut und lief am 6. Juni 1942 vom Stapel. Es wurde der 8. U-Flotte zugeteilt und trainierte in Danzing/Pommern (Pommern, heute Gdańsk, Polen). Kommandant des U-Boots U-417 war Oberleutnant Wolfgang Schreiner. Die Einarbeitungs- und Taktikausbildung dauerte vom 26. September 1942 bis zum 31. Mai 1943. Am 1. Juni 1943 wurde das U-Boot U-417 der 6. U-Flotte in Saint-Nazaire (Frankreich) zugeteilt und lief noch am selben Tag zu seiner ersten Fahrt gegen den Feind aus. Von Danzing aus fuhr es zunächst den norwegischen Hafen Kristiasund an, wo es Treibstoff aufnahm, und nahm dann Kurs auf den Atlantik, um feindliche Konvois anzugreifen.

Am 11. Juni 1943 um 11:10 Uhr sichtete ein Ausguck auf der Brücke des U-Boots einen viermotorigen Bomber in 450 Metern Höhe, der sich rasch näherte. Der Kommandant des U-Boots U-417, Oberleutnant Wolfgang Schreiner, traf eine folgenschwere Entscheidung. Er gab nicht den Befehl zum Tauchen, sondern befahl, das Feuer auf das anfliegende Flugzeug zu eröffnen. Gleichzeitig begann das U-Boot, an der Oberfläche Zickzackkurse zu fliegen. Das angreifende Flugzeug war ein viermotoriger amerikanischer Bomber vom Typ Fortress II R FA 704 der 206. Staffel. Kommandant war Oberstleutnant R.B. Thomson. Im Anflug wurde das Flugzeug an Bug, Cockpit, Tragflächen, Bombenschacht und Heckgeschütz getroffen. Trotz der Beschädigungen griff Thomson weiter an und warf aus Höhen zwischen 50 und 18 Metern vier Wasserbomben ab. Diese schlugen beidseitig des U-Boots ein.

Als das U-Boot nach den Explosionen wieder gesichtet wurde, zeigte sein Heck nach oben. Anschließend tauchte es mit dem Heck voran ab und hinterließ einen Ölfilm auf der Wasseroberfläche. Beim Versuch, wieder in den Flug zurückzukehren, setzte das stark vibrierende Triebwerk Nr. 2 aus, und das Triebwerk Nr. 1 begann zu stottern. Da Thomson die Flughöhe nicht halten konnte, musste das Flugzeug notlanden. Es sank 90 Sekunden nach dem Aufprall. Das linke Rettungsboot blies sich auf, und alle Besatzungsmitglieder konnten sich retten. Die Notfallvorräte gingen jedoch verloren. Die Besatzung verbrachte drei Tage im Boot. Sie wurde am Nachmittag des 14. von einer RAF Catalina der No. 190 Squadron unter dem Kommando von Major J.A. Holmes gerettet. Der vorherige Versuch einer Catalina der US Air Force war gescheitert, als das Wasserflugzeug bei der Landung abstürzte. Das U-Boot U-417 hatte eine kurze Dienstzeit. Es wurde auf seiner Jungfernfahrt nur acht Tage nach dem Auslaufen aus Kristiansund, nordwestlich der Färöer-Inseln, versenkt. Alle 46 Mann der U-Boot-Besatzung fanden den Tod in den Tiefen des Ozeans.

Josefs Name ist auf einer Bronzetafel im U-Boot-Denkmal Laboe/Kiel-Möltenort in Deutschland eingraviert.

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