Sniehotta Siegmund

Geboren:
31.07.1922, Petershofen
Verstorben:
1999, 
Rang:
Unteroffizier
Residenz:
Petershofen
Heeresgattung:
Luftwaffe
Rückkehr:
1

Siegmund Sniehotta meldete sich am 11. Januar 1940 freiwillig zur Wehrmacht. Seine Ausbildung absolvierte er bei der Kraft-Ausbildungs-Kompanie in Ollau in Oberschlesien und an der Neiße. Anschließend trat er der Luftwaffe bei und diente als Fahrer und Bodenpersonal an der Fliegerschule 5 in Breslau-Schöngarten. Dort blieb er bis 1943, als das Gebiet zum Hauptstützpunkt des Luftwaffenstabes und der II./Sturzkampfbomberstaffel 77 wurde. Er wollte sich freiwillig für einen Einsatz in Russland melden und meldete sich bei seinem Kommandeur, der aus Brünn stammte. Der Offizier rief: „Du Idiot, bleib eine Nacht dort und melde dich morgen!“ Sniehotta überlegte kurz und lehnte dann ab. Eines Tages fuhr er mit dem Bus nach Millau. Inzwischen war seine Kompanie nach Russland verlegt worden. Als er zurückkehrte, waren alle weg. Er diente daraufhin in der Lüneburger Heide.

Im Herbst 1943 wurde er zur Flak nach Italien versetzt. Er ließ sich mit seiner Flakeinheit in der Nähe von Monte Cassino nieder. Später zogen sie sich nach Rom zurück. Dort fuhr er täglich im Vatikan herum. In Italien diente er bis Juli 1944 als Chauffeur bei der Luftwaffe. In Florenz vergifteten italienische Bardamen ihre Getränke. Viele erkrankten und starben. Während des Rückzugs überquerte er den Po. Dann traten die Folgen der Vergiftung deutlich zutage. Er war lange Zeit schwer gelähmt und auf Krücken angewiesen. Er wurde in Verona und Riva del Garda hospitalisiert. Aufgrund der Vergiftung wurde er anschließend in Bayern wegen einer Nervenkrankheit behandelt. Danach wurde er nach Cuxhaven verlegt, wo er bis Kriegsende blieb. Dort geriet er in britische Gefangenschaft und kehrte am 28. Oktober 1945 in die Heimat zurück.

Er war ein vielfach ausgezeichneter Sportler – abgebildet im Signal Booklet von 1943. Nach dem Krieg und seiner Kriegsgefangenschaft kehrte er in die Heimat zurück, wurde jedoch von den tschechischen Behörden verhaftet, misshandelt und zu Zwangsarbeit verurteilt. Nach dem Krieg geriet er wegen angeblicher SS-Mitgliedschaft in Schwierigkeiten, was sich jedoch nicht bestätigte.

Auszeichnungen:

  • Reichssportabzeichen

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