Peterek Ewald

Geboren:
21.10.1928, Kauthen
Verstorben:
Rang:
Soldat

Ewald Peterek wurde im Winter 1944 nach Neudorf bei Chomotau zur RAD einberufen. Im Frühjahr zur Infanterie-Division „Friedrich Ludwig Jahn“ (12. Armee-Wenck) versetzt.

Auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog als Bedienung leichter Infanteriegeschütze und schwerer Granatwerfer ausgebildet. In den Wäldern südlich Berlin im Nahkampf ausgebildet. Am 20. April 1945 folgte feindlicher Angriff auf die Kaserne. Peterek wurde als Kompaniemelder eingesetzt. Der nächste Tag folgte der Rückzug bis Treuenbritzen. Am 6. Mai ging er mit seiner Einheit über die Elbe in die amerikanische Gefangenschaft. An verschiedenen Orten verbrachte er die Zeit hinter Stacheldraht bis zu seiner Entlassung in Ottleben. Am 26.11. 1945 kehrte er nach Hause.

In der Heimat folgte ein bitterer Empfang von den Behörden. Anstatt sein Studium beenden zu können, mußte er nach Petershofen um in der Kohlengrube zu arbeiten.

„Nach Weihnachten 1944 wurde ich nah Neudorf bei Chomotau zum RAD einberufen. Nach Beendingung der Ausbildung sollten wir/wie wir später erfuhren/ in die Alpenfestung der Südfront versetzt werden. In dieser Zeit fing der Großangriff der Russen an die Oder statt und somit auf Berlin. Wir wurden mit der Eisenbahm nach Jüterbog geschickt. Da reger feindlicher Flugverkehr herrschte, fuhren wir hauptsächlich in der Nacht. In Jüterbog wurden wir in verschiedene Einheiten eingeteilt. Von dort aus ging es in die Wälder und Gebäude, die es dort gab. Unsere Division hieß RAD Infanterie-Division „Friedrich Ludwig Jahn“ (nach dem Turnvater benannt). Wir wurden als Bedienung leichter Infanterie-Geschütze und schwerer Granatwerfer ausgebildet. Mit mir waren noch zwei aus Deutsch Krawarn. Aber später wurden wir getrennt. In den Wäldern wurden wir auch im Nahkampf Mann gegen Mann ausgebildet. Dies taten wir bis zum 20. April 1945. An diesem Tag auf einmal ertönte in der Kaserne die Sirene – Feindalarm! Die Offiziere und Unteroffiziere riefen uns zusammen. Wir bekamen neue Gewehre und Pistolen mit Munition. Währen ein Teil mit Geschützen und Granatwerfern den Rückzug antrat, wurde unsere Kompanie bestimmt, die Kaserne zu verteidigen. Da alles so schnell vor sich ging und es keine Telefonleitungen gab, wurden Kompaniemelder eingesetzt. Darunter war auch ich. Schon bevor wir unsere Stellungen einnahmen, wurden wir schon von feindlicher Artillerie beschossen. Russische Panzer T-34 wagten sich sogar bis vor den Haupteingang in die Kaserne, wo sie aber von der Abwehr in Brand geschossen wurden und sich zurückziehen mußten. Unser Kompaniegefechtstand lag ausserhalb der Kaserne. In die Kaserne gelang es den Russen nicht einzudringen. Ich lief als Melder hin und her. Die folgende Nacht blieb ruhig. Erst in der Früh griff der Russe mit großer Heftigkeit wieder an. Gegen 8 Uhr konnten wir uns nicht mehr halten und mußten den Rückzug antreten. Das Bodenpersonal des benachbarten Flugplatzes Jüterbog-Damm deckte unseren Rückzug und so ging es bis Treuenbritzen. Dort war schon ein Standkommandant eingesetzt, welchen wir uns unterstellen mußten. Am Meisten mußten wir Melder auf feindliche Tiefflieger achten, denn die beschossen alles was sich auf dem Boden bewegte. Dann folgte der ständiger Rückzugskampf. In Belzig wurden wir von russischen Katuschen überrascht. Als wir in die Nähe der Elbe kamen, wurden wir in eine Einheit eingegliedert und es wurde uns mitgeteilt dass wir in amerikanische Gefangenschaft kommen werden. Bei Tangermünde neben einer gesprengten Brücke war über die Elbe ein Gehsteig auf Pontons gebaut. Er war nur so breit, dass ein Soldat hinter dem anderen ihn betreten konnte. Am 6. Mai betrat unsere Einheit, der Kommandeur und sein Stab in vorne, den Steg und auf anderer Seite warteten schon die Amerikaner auf uns und nahmen uns die Waffen ab.“

Anmerkungen:

Die Division wurde aus dem RAD Personal und der aufgelösten 251. I.D. als 35. Welle aufgestellt. Der erste Kommandeur war Oberst Klein, der aber bereits einige tage nach Beginn des Einsatzes in sowjetische Gefangenschaft geriet. Sein Ersatz, der Eichenlaubträger Oberst Franz Weller, wurde nur vorübergehend Kommandeur, so daß die Division mit Oberst i.G. Ludwig Zoeller dann ihren dritten Kommandeur bekam. Das Offizierkorps bestand aus unerfahrenen Männer der Etappe (Kriegsversehrte und rückwärtige Dienste). Am 20. April wurden einige Sowjetpanzer am Neuen Lager abgeschossen. Der Rückzug setzte sich bis auf die Linie Brandenburg-Genthin. Am 7. Mai waren die letzte Kämpfe der Division. Teil konnte sich über die Elbe retten. Der Rest wurde an die Sowjets ausgeliefert.

Quelle: Josef Pechmann – Die RAD Infanterie-Division „Friedrich Ludwig Jahn“, Wien 1994

Fehlen Informationen oder falsche Daten?

Kontaktiere uns

Informationen für Familienmitglieder

Falls Sie Ihren Angehörigen auf diesem Web nicht gefunden haben, schicken Sie uns, bitte, die Angaben zu. Kontakte finden Sie auf dieser Seite. Besuchen Sie auch die Seite: Was benötigen wir?.

Wie kann man die Angaben über Angehörigen finden?

Projekt Hultschiner Soldaten kooperiert mit verschiedenen Archiven und realisiert die langfristige Forschung. Die exakte Angaben über Militärdienst bietet Bundesarchiv (ehemalige WASt). Auf dem Grund breiter Recherche kann man folgende Angaben wie Dienstgrad, militärische Laufbahn, Erkrankungen und Verwundungen feststellen. Familienangehörige können auf diesem Web einen Antrag einreichen. Die Bearbeitung dauert ungefähr 36 Monate und kostet cca 16 €. Projekt Hultschiner Soldaten kann in dieser Hinsicht den Familienangehörige hilfreich sein.

Bundesarchiv, Abteilung PA
Am Borsigturm 130
D-13507 Berlin
Tel.: +49 (030) 18 7770-1158
Fax: +49 (030) 18 7770-1825
Web: www.bundesarchiv.de