Josefus Josef

Geboren:
06.01.1912, Köberwitz
Verstorben:
Krasny-Oktjabr/Russland
Gefallen:
22.10.1942
Rang:
Obergefreiter

Josef Josefus wurde in die Wehrmacht einberufen und wurde der Maschinengewehr-Ersatz-Kompanie 4/452 in Leobschütz (Głubczyce, Woiwodschaft Oppeln, heute Teil Polens) zugeteilt. Diese Kompanie unterstand dem Ersatzbataillon der Infanterie – Infanterie-Ersatz-Bataillon 452, das der Division 168 unterstellt war. Später wurde er zur Kompanie des Infanterieregiments – 12. Kompanie Infanterie-Regiment 439 – versetzt. Dieses Regiment wurde im Oktober 1940 im Übungsgebiet Grafenwöhr (Bayern) aufgestellt und unterstand der Infanteriedivision 134.

In der zweiten Märzhälfte 1941 wurde die Division in das Gebiet Tomaszöw-Piotrköw/Generalgouvernement (heute Tomaszow Mazowiecki und Piotrkow Trybunalski, Woiwodschaft Łódź/Polen) verlegt. Im Mai 1941 wurde die Division nach Radom/Generalgouvernement (heute Masowien, Teil Polens) verlegt und quartierte sich anschließend in einem militärischen Waldlager in Mordy in derselben Region ein. Nach Ausbruch des Krieges gegen die Sowjetunion am 22. Juni 1941 rückte die Division im Rahmen der Heeresgruppe „Mitte“ vor. Hinter dem Fluss Bug durchbrach sie die russischen Grenzstellungen, marschierte über Mielnik (Woiwodschaft Podlaskie, heute Teil Polens) und nahm vom 25. bis 29. Juni an den ersten schweren Kämpfen in den Gebieten um Nowy Dvor, Porozow (heute Porazava), Podorosk und Lyskow (ehemals Polen, heute Weißrussland) teil.

Ab dem 4. Juli 1941 rückte die Division weiter durch Weißrussland über Sluck (Region Minsk) vor. An der Berezina stieß die Division auf weiteren starken Widerstand. Im August 1941 rückte die Division nach Babrujsk (Region Mohylev) und dann nach Süden über Rečica, Gomel (Region Homel/Weißrussland) in Richtung Kiew vor. Am 8. September 1941 stieß die Division bei Tschernigow (Region Tschernihiw/Ukraine) am Fluss Desna auf heftigen Widerstand.

Anschließend beteiligte sich die Division an der Einkreisung der russischen Truppen im Kiewer Kessel. Dabei gerieten 600.000 russische Soldaten in Gefangenschaft. Ab dem 30.09.1941 rückte die Division von Kiew weiter nach Nordosten über Pryluky (Region Tschernihiw/Ukraine), Konotop (Region Sumy/Ukraine) nach Rylsk (Region Kursk/Russland) vor, wo sie am 08.10.1941 eintraf. In diesem Gebiet geriet die Division aufgrund von Schlamm und dem ersten Schnee in große Schwierigkeiten. Zwischen dem 15. und 18. Oktober beteiligte sich die Division an den Kämpfen um die Stadt Brjansk (Region Brjansk/Russland). Ab dem 7. November 1941 sanken die Temperaturen auf -20 °C, aber die Division verfügte über keine Winterausrüstung für Menschen, Waffen und Fahrzeuge. Am 25. November 1941 erreichte die Division Livny (Orel/Russland) und rückte weiter nach Osten in Richtung Jelec (Lipezk/Russland) vor. Am 5. Dezember 1941 marschierte die Division in den westlichen und nördlichen Teil der Stadt Jelec ein. In den folgenden zwei Tagen war die Division nicht nur starken Luftangriffen des Gegners ausgesetzt, sondern vor allem auch Temperaturen von -40 °C ohne Winterausrüstung und Vorräte.

In der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember musste sich die Division aus der Stadt Jelec, die weiter östlich als Moskau liegt, zurückziehen. Die Division war gezwungen, sich in die Region Orel zurückzuziehen. In den folgenden drei Wochen war die Division schweren körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Anfang Januar erreichte sie den Fluss Truda bei der Stadt Werchowje (Region Orel/Russland). Ende Januar 1942 war die Division bereits wieder in die Kämpfe am Fluss Resseta bei der Gemeinde Kzyn östlich der Stadt Schisdra (Region Kaluga/Russland) verwickelt.

Von März 1942 bis Ende Oktober 1942 kämpfte die Infanteriedivision – 134. Infanterie-Division südlich von Suchiniči am Fluss Resseta (Region Kaluga/Russland), wo sie in andauernde Stellungskämpfe verwickelt war. Am 15.10.1942 wurde das Infanterieregiment 439 in Grenadierregiment 439 umbenannt. Am 22.10.1942 wurde Josef Josefus bei der Ortschaft Gretnya (Region Kaluga/Russland) durch Splitter einer Artilleriegranate schwer am Bauch und am linken Arm verletzt. Er wurde in das Feldlazarett H.V.PI. 134 in Krasny Oktjabr (Region Kaluga/Russland) gebracht, einer Gemeinde oder Kolchose, die einige Kilometer südlich des Ortes liegt, an dem er verwundet wurde. Leider erlag er nach dem Transport seinen Verletzungen.

Er wurde in Krasny Oktjabr auf dem Soldatenfriedhof in Grab Nr. 73 beigesetzt. Nach Angaben des Volksbundes wurde Josef Josefus vermutlich als unbekannter Soldat auf den deutschen Soldatenfriedhof Duchovščina etwa 60 km nordöstlich der Stadt Smolensk (Region Smolensk/Russland) überführt. Bei der Überführung der sterblichen Überreste vom ursprünglichen Friedhof wurden nicht alle gefallenen deutschen Soldaten geborgen. Es ist jedoch auch möglich, dass Josef Josefus zu den deutschen Soldaten gehörte, deren sterbliche Überreste geborgen wurden, aber trotz aller Versuche nicht identifiziert werden konnten. Sein Name ist im Gedenkbuch des Soldatenfriedhofs Duchovščina eingetragen.

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