Janoš Jindřich

Geboren:
26.11.1919, Sandau
Verstorben:
06.05.1981,  Deutsch Krawarn
Rang:
rotný
Residenz:
Deutsch Krawarn

Jindřich Janoš besuchte eine Mittelschule in Sandau, wo ihm seine Lehrer seine tschechischen patriotischen Überzeugungen vermittelten. Er absolvierte eine Ausbildung zum Zementarbeiter und arbeitete im Betonwerk seines Onkels, wo er aufgrund seiner Unzufriedenheit mit der Höhe seines Lohns zwei Proteststreiks organisierte. Nach dem dritten Streik, der stattfand, als die Region Hultschin bereits von Deutschland besetzt war, wurde er entlassen.

Janoš gab sich beharrlich überall als Tscheche aus und erwog sogar, sich der Tschechoslowakei anzuschließen. Dies erwies sich jedoch später als unnötig, da der Rest der Republik ebenfalls besetzt wurde. Er hörte ausländische Radiosender und beschloss, nach der Aufstellung einer Legion von Tschechen und Slowaken in Polen nach Polen zu fliehen. Dies tat er am 11. Juni 1939, als er bei Tworkau die Grenze nach Polen überquerte. Er wurde im tschechoslowakischen Konsulat in Krakau unter der Nummer 310 registriert und hielt sich kurzzeitig in einem Militärlager für Tschechoslowaken in Malé Bronovice auf. Zwischen Mai und August 1939 reiste Jindřich Janoš als einer von 1200 Soldaten per Transport nach Frankreich. Dort trat er der Fremdenlegion bei und absolvierte seine Grundausbildung in der algerischen Stadt Sidi-Bel-Abbés. Nach dem Einmarsch in Polen und dem Ausbruch des Krieges wurden tschechoslowakische Legionäre, darunter auch Janoš, für die neu aufgestellte tschechoslowakische Fremdenarmee freigestellt. Er wurde am 26. September 1939 in Agde eingezogen und gehörte zu den ersten 548 Männern, die aus der Fremdenlegion entlassen wurden und das 1. Tschechoslowakische Ersatzbataillon bildeten. Geboren wurde er am 26. November 1919, in den Militärakten ist jedoch 1918 als Geburtsjahr angegeben. Der damals 20-jährige Janoš fürchtete wohl, als Minderjähriger nicht in die Armee aufgenommen zu werden, und fügte daher ein Jahr hinzu. Nach dem Fall Frankreichs wurde er evakuiert und landete am 27. Juni 1940 auf britischem Boden.

In Großbritannien absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinengewehrschützen und erwarb die Fahrerlaubnis für verschiedene Fahrzeuggruppen. Später schloss er auch eine Fallschirmspringerausbildung ab. Zunächst diente er in der Führungskompanie und anschließend im 1. Panzerbataillon der tschechoslowakischen unabhängigen Panzerbrigade. 1942 wurde er zum Gefreiten und ein Jahr später zum Korporal befördert. Ab September 1944 nahm er an der Belagerung des französischen Hafens von Dünkirchen teil. 1945 wurde Janoš zum Feldwebel befördert und kehrte kurz nach Kriegsende mit der gesamten Panzerbrigade in die Tschechoslowakei zurück. Nach dem Krieg arbeitete Janoš als Ausbilder für Fahrer und Mechaniker bei der 11. Panzerbrigade in Milovice. Er wurde zum Sergeant befördert und am 10. Januar 1946 aus der Armee entlassen. Zu dieser Zeit arbeitete er auch für die Hilfs- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA), wo er als Fahrer tätig war.

Er kehrte in seinen Geburtsort Sandau zurück und wurde zum nationalen Verwalter des Betonwerks in Deutsch Krawarn ernannt, später übernahm er dessen Leitung. Er war Mitglied der Tschechoslowakischen Legionärsgemeinschaft und wechselte nach deren Auflösung zum Bund der Freiheitskämpfer und zum Bund der Antifaschistischen Kämpfer. Er war außerdem Mitglied des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes. 1948 trat er der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei bei und war Mitglied des lokalen Nationalkomitees, des Aktionskomitees und Vorsitzender der Baukommission.

Er starb am 6. Mai 1981 in Deutsch Krawarn.

 

Auszeichnungen:

  • Tschechoslowakische Militärgedenkmedaille mit Beschriftung Großbritannien
  • Tschechoslowakische Verdienstmedaille 2. Klasse

 

Quellen:

VÚA-VHA Praha, Sbírka 24, sign. 24-12-6/20, odvodní lístek Jindřicha Janoše; Kniha odvodních protokolů řady J, odvodní protokol Jindřicha Janoše.

Eduard Čejka: Československý odboj na západě, s. 151.

VÚA-VHA Praha, Sbírka 24, List o odchodu z činné služby.

Fehlen Informationen oder falsche Daten?

Kontaktiere uns

Informationen für Familienmitglieder

Falls Sie Ihren Angehörigen auf diesem Web nicht gefunden haben, schicken Sie uns, bitte, die Angaben zu. Kontakte finden Sie auf dieser Seite. Besuchen Sie auch die Seite: Was benötigen wir?.

Wie kann man die Angaben über Angehörigen finden?

Projekt Hultschiner Soldaten kooperiert mit verschiedenen Archiven und realisiert die langfristige Forschung. Die exakte Angaben über Militärdienst bietet Bundesarchiv (ehemalige WASt). Auf dem Grund breiter Recherche kann man folgende Angaben wie Dienstgrad, militärische Laufbahn, Erkrankungen und Verwundungen feststellen. Familienangehörige können auf diesem Web einen Antrag einreichen. Die Bearbeitung dauert ungefähr 36 Monate und kostet cca 16 €. Projekt Hultschiner Soldaten kann in dieser Hinsicht den Familienangehörige hilfreich sein.

Bundesarchiv, Abteilung PA
Am Borsigturm 130
D-13507 Berlin
Tel.: +49 (030) 18 7770-1158
Fax: +49 (030) 18 7770-1825
Web: www.bundesarchiv.de