- Geboren:
- 31.12.1912, Ludgerstal
- Grablage:
- Mlawka/Polen
- Verstorben:
- 17.10.1944 , Nasielsk/Polen
- Rang:
- Stabsgefreiter
- Residenz:
- Ludgerstal
- Heeresgattung:
- Heer
- Truppengattung:
- Infanterie
- Geschwister:
- Alfred Hollesch 1921
Josef Emanuel Hollesch trat im Frühjahr 1940 in der Kavalleriekaserne in Oels/Niederschlesien (heute Oleśnica, Woiwodschaft Niederschlesien/Polen) in den Wehrdienst ein. Er wurde der Ausbildungskompanie des Ersatzschwadrons 8 (5. Eskadron) zugeteilt. Dieses Schwadron war Teil der Kavallerie-Ersatz-Abteilung 8, die der Division 148 unterstellt war. Nach seiner Ausbildung am 20. August 1940 in Oels wurde er zum Ersatzschwadron der Kavallerie-Ersatz-Abteilung 8 (Remonte-Ersatz-Schwadron der Kavallerie-Ersatz-Abteilung 8) versetzt. Dieses Schwadron war auf die Ausbildung junger Pferde und ihrer Reiter spezialisiert. Die Pferde wurden auf die Kriegsbedingungen (Feuer, Lärm, Bewegung im Gelände) vorbereitet. Die Einheit war der Division 148 unterstellt. 1941 wurde sie der Fahrradstaffel (Kompanie) der Aufklärungsabteilung 252 zugeteilt. Diese war wiederum der Infanteriedivision 252 unterstellt. Bis Mai 1941 operierte die Division im Raum Warschau und Radom (heute Woiwodschaft Masowien/Polen). Am 22. Juni 1941 nahm die Division im Rahmen der Heeresgruppe Mitte am Ostfeldzug nach Russland teil. Die Division rückte durch Mielnik (Woiwodschaft Podleske/Polen), den Bug und dann durch Slonim (Oblast Grodno/Belarus) nach Slutsk (Oblast Minsk/Belarus) vor, wo sie Ende Juli 1941 eintraf. Anschließend stieß die Division über Bobruisk (Oblast Mogilew/Belarus), Rogatschew (Oblast Gomel/Belarus) und Kritschew (Oblast Mogilew/Belarus) in die Region Roslawl (Oblast Smolensk/Russland) vor, wo sie Ende August 1941 eintraf. Danach überquerte sie die Desna nach Spas-Demensk (Oblast Kaluga/Russland) und gelangte in das Gebiet zwischen Gschatsk (heute Gagarin, Oblast Smolensk/Russland) und Moschaisk (Oblast Moskau/Russland). Während der Winterkämpfe im Dezember 1941 erreichte die Division Istrien (Oblast Moskau/Russland). Die Division musste sich daraufhin in die Gegend um Gschatsk (Gagarin, Oblast Smolensk/Russland) zurückziehen. Dort war sie 1942 in Stellungskriege verwickelt.
Im April 1942 wurde die Aufklärungseinheit mit der Panzerabwehreinheit zur neuen Panzerjäger- und Aufklärungs-Abteilung 252 zusammengelegt. Die Radfahrkompanie verblieb in dieser Einheit. Am 25. Februar 1943 wurde die Einheit in Radfahr-Schwadron des Divisions-Füsilier-Bataillons 252 umbenannt. Dieses Bataillon unterstand der Infanteriedivision 252. Im März 1943 musste sich die Division nach Jelnja (Oblast Smolensk/Russland) zurückziehen.
Am 10. August 1943 wurde Josef während der sowjetischen Großoffensive „Operation Suworow“ auf Smolensk (Gebiet Smolensk/Russland) verwundet. Er wurde am rechten Ellbogen von einer Infanteriekugel (Geschoss aus einem Gewehr oder Maschinengewehr) getroffen. Zur Erstversorgung wurde er zur Hauptverbandswache der Sanitätskompanie der Division – Haupt-Verband-Platz 2/252 – 2 km nordwestlich des Dorfes Mertischtschowo (Gebiet Smolensk/Russland) gebracht. Anschließend wurde er zu einer Kranken-Sammelstelle in Smolensk-Nord (Smolensk-Sever, Oblast Smolensk/Russland) verlegt und dann am 11.08.1943 in ein motorisiertes Feldlazarett – Feld Lazaret 606 mot., Smolensk-Süd (Süd) und am 13.08.1943 mit einem Lazarettzug zum Reservelazarett – Reserve Lazarett VI – Warschau/Generalgouvernement (heute Warszawa/Woiwodschaft Masowien/Polen), wo er am 16.08.1943 ankam. Am 23.08.1943 wurde er über die Kranken-Sammelstelle Warschau in das Reservelazarett Gnesen/Wartheland (heute Gniezno, Woiwodschaft Großpolen/Polen) verlegt, um seine Schussverletzung am Ellbogen weiter behandeln zu lassen. Am 12.10.1943 wurde er in das Reservelazarett Warthelager/Wartheland (heute Biedrusko, Woiwodschaft Großpolen/Polen) verlegt.
Nach seiner Genesung am 14.12.1943 wurde Josef zur Aufklärungsersatzabteilung 8 nach Oels/Niederschlesien (heute Oleśnica, Woiwodschaft Niederschlesien/Polen) versetzt. Die Einheit war der Division 408 unterstellt. Anfang 1944 kehrte Josef an die Ostfront zurück, zur Schwadron des Divisions-Schützenbataillons 1. Eskadron-Füsilier-Bataillon 252. Das Bataillon unterstand weiterhin der Infanteriedivision 252. Von Januar bis Juni 1944 war die Division in ständige schwere Verteidigungskämpfe in den Schützengräben nahe des Dorfes Sirocina (Gebiet Witebsk/Belarus) verwickelt. Am 22. Juni 1944 startete die Sowjetarmee eine ihrer größten Offensiven, die Operation Bagration, im Raum Witebsk und Sirocina, die mit der Vernichtung der Heeresgruppe Mitte endete. Die Division war eine der wenigen, die trotz schwerer Verluste dem Kessel entkommen und sich bis zur litauischen Grenze zurückziehen konnten. Anfang August 1944 hielt die Division Verteidigungsstellungen bei Kedahnen (heute Kėdainiai/Litauen), Anfang September bei Raseinen (heute Raseiniani/Litauen). Im Oktober 1944 zog sich die Division auf Verteidigungsstellungen am Fluss Narew zwischen den Städten Pultusk und Rozan (etwa 60–80 km nördlich von Warschau/Generalgouvernement (heute Warszawa/Woiwodschaft Masowien/Polen)) zurück.
Am 17. Oktober 1944, während einer der brutalsten Artillerieschlachten, der sogenannten „Hölle an der Narew“, in der erbittert um jeden Meter Land entlang des Flusses gekämpft wurde, wurde Josef in der Nähe des Dorfes Ciepieliner-Buden (heute Budy Ciepielińskie), 7 km nordwestlich der Stadt Serok (heute Serock, Woiwodschaft Masowien/Polen), von Granatsplittern am Kopf und an der linken Schulter getroffen. Er wurde zur Hauptverbandsstelle 2/252 gebracht, wo er leider verstarb. Er wurde auf dem Heldenfriedhof, 1 km nordwestlich der Stadt Nasielsk, im Grab Nr. 330 beigesetzt.
Er ist vermutlich als unbekannter Soldat auf die Kriegsgräberstätte Mlawka überführt worden.
Leider konnten bei den Umbettungsarbeiten aus seinem ursprünglichen Grablageort nicht alle deutschen Gefallenen geborgen und zum Friedhof Mlawka überführt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Josef Hollesch einer der deutschen Soldaten ist, dessen Gebeine geborgen wurden, die aber trotz aller Bemühungen nicht identifiziert werden konnten.
Grablage: wahrscheinlich unter den Unbekannten
Timeline
- ab 1940 bei der 5./Eskadron-Ersatz-Schwadron 8.
- 20.8.1940 – Kavalerie-Ersatz-Abteilung 8 Radfahr/Divisions-Füsillier-Bataillon 252, unterstellt der 252. Infanterie-Division an der Ostfront. Das Bataillon wurde aufgestellt am 25. Februar 1943 mit vier Kompanien aus den Radfahr-Schwadronen der Panzerjäger- und Aufklärungs-Abteilung 252. Am 26. Juli 1943 in Divisions-Füsilier-Bataillon 252 umbenannt.
- 10.8.43: HVPl. 2/252, leicht verwundet, Inf- Gesch0ß rechter Ellenbogen
- Fela 606 mot. Smolensk – Rela VI Warschau
- 14.12.43: Aufklärungs-Abteilung 8.
- 1944 – 1./Divisions-Füsillier-Bataillon 252
- 17.10.44: 7 km nordöstlich Serok schwer verwundet: Art. Geschoß Kopf und linke Schulter – verstorben
Grablage: Heldenfriedhof Nosielsk, Kr. Ostenburg, Grab 330
(Eltern: Josef Hollesch * 27.03.1887 und Bernadina Skutta * 04.08.1893, Ehefrau: Anna Maria Warzik * 14.02.1921)

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