- Geboren:
- 08.06.1921, Ludgerstal
- Verstorben:
- 16.12.1967, Petershofen
- Rang:
- Obergefreiter
- Residenz:
- Ludgerstal
- Heeresgattung:
- Luftwaffe
- Rückkehr:
- 1
- Geschwister:
- Josef Hollesch 1912
Alfred Hollesch Wohnte in Ludgerstal nr. 305. Am 3. Februar 1941 trat er in Wien-Mauer/Ostmark (Österreich) in die Luftwaffe ein. Er wurde der Ersatzkompanie 15 des Luftnachrichten-Regiments 4 zugeteilt. Dieses Regiment unterstand der Luftflotte 4. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde er im Sommer 1941 zur motorisierten Kompanie 3 der Luftnachrichten-Betriebsabteilung z.b.V. mot. 13 versetzt. Diese Einheit war für den Bau und Betrieb von Fernsprech- und Telexleitungen sowie die Funkverbindungen zwischen dem Oberkommando der Luftwaffe und den Feldverbänden zuständig. Die Division unterstand der Luftflotte 4 und rückte zu dieser Zeit im südlichen Abschnitt der Ostfront zusammen mit der Heeresgruppe Süd über Lemberg (Lemberg, Oblast Lemberg/Ukraine) und Schytomyr (Oblast Schytomyr/Ukraine) nach Kiew (Oblast Kiew/Ukraine) vor. Im September 1941 nahm die Division an der Schlacht um Kiew (Oblast Kiew/Ukraine) teil. Nach dem Ende der Kämpfe im Kiewer Kessel gerieten nach der Einkesselung 600.000 russische Soldaten in Gefangenschaft. Im Oktober 1941 wurde die Division im Raum Saporischschja (Oblast Saporischschja/Ukraine) eingesetzt. Im Winter 1941 stellte die Division während der Kämpfe im Donbass (Obergebiete Donezk und Luhansk/Ukraine) und in Charkow (Oblast Charkow/Ukraine) die Verbindungen sicher. Im Sommer 1942 nahm die Einheit an der Großoffensive „Unternehmen Blau“ teil. Über Rostow am Don (Oblast Rostow/Russland), das am 23. Juli 1942 erobert worden war, rückte die Einheit mit der Heeresgruppe A in den Kaukasus vor. Gegen Ende des Jahres befand sich die Einheit in Maikop (Republik Adygeja/Russland). Im November 1942, nach der sowjetischen Gegenoffensive „Unternehmen Uranus“ bei Stalingrad (heute Wolgograd, Oblast Wolgograd/Russland), geriet die Armee in eine kritische Lage und wurde eingekesselt. Flottenverbände beteiligten sich an den Versorgungsversuchen der eingeschlossenen 6. Armee. Im Januar 1943, nach der Niederlage der 6. Armee bei Stalingrad, drohte der gesamte südliche Flügel der deutschen Wehrmacht abgeschnitten zu werden. Die Einheit musste sich schnell aus dem Gebiet nahe der Stadt Maikop und dem Nordkaukasus in Richtung Rostow am Don und der Halbinsel Taman (dem sogenannten Kuban-Brückenkopf) zurückziehen.
März – April 1943: Die Einheit stellte während der Luftkämpfe über dem Kuban lebenswichtige Kommunikationsverbindungen sicher. Teile der Einheit verlegten in die Ostukraine, in den Donbass und an den Fluss Mius, wo sich die Front nach dem Rückzug vorübergehend stabilisierte.
Mai 1943: Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Einheit (oder ein bedeutender Teil davon) im Raum Charkow. Charkow war im März 1943 von den Deutschen zurückerobert worden und diente als zentraler Stützpunkt für die geplante Sommeroffensive bei Kursk (Unternehmen Zitadelle).
Am 20. Mai 1943 erlitt Alfred bei einem Unfall einen beidseitigen Schulterblattbruch. Bis zum 24. Juli 1943 wurde er im Luftwaffen-Ortslazarett des Sanitätsbereichs 2/II in Charkow (Region Charkow/Ukraine) behandelt. Nach seiner Genesung kehrte er zu seiner Einheit zurück.
August 1943: Nach dem Scheitern bei Kursk startete die Rote Armee eine Gegenoffensive. Am 23.08.1943 wurde Charkow schließlich von den Sowjets befreit.
Herbst 1943: Die Einheit z.b.V. 13 zog sich zusammen mit der 4. Luftflotte durch die gesamte linksufrige Ukraine bis zum Dnepr zurück. Ihre Aufgabe war es, rasch neue Verbindungsstellen in Städten wie Krementschuk, Dnipropetrowsk und später in Richtung Nikopol und Krywoi Rog zu errichten.
Ende 1943: Die Einheit befand sich in ständiger Bewegung. Aufgrund schwerer Verluste an Ausrüstung und Personal während des Rückzugs aus der Ukraine war die Leistungsfähigkeit der Luftwaffen-Fernmeldeeinheiten stark eingeschränkt.
Januar – Februar 1944 (Tscherkassy-Kessel): Die Einheit verlegte in die Zentralukraine. Während die deutsche Armee versuchte, den Kessel bei Korsun-Schewtschenkowsk zu durchbrechen, koordinierten die Luftwaffen-Fernmeldeeinheiten die Versorgungsflüge.
März–April 1944: Nach dem Zusammenbruch der Dnjeprfront folgte ein rascher Rückzug durch die Westukraine. Die Einheit z.b.V. 13 zog sich über Uman in Richtung Dnjestr zurück. Die Bedingungen waren katastrophal – der Frühjahrsschlamm (Rasputica) machte den Transport motorisierter Fahrzeuge unmöglich, was für eine Einheit mit der Bezeichnung (mot.) oft bedeutete, teure Fernmeldefahrzeuge zurücklassen oder zerstören zu müssen.
Krim und Odessa: Teile der 4. Luftflotte wurden im April 1944 von der Krim und aus Odessa evakuiert. Die Kommunikationsknotenpunkte wurden eilig nach Rumänien verlegt.
Mai–Juli 1944: Relative Ruhe an der Südfront. Die Einheit befand sich in Rumänien und im Nordosten Ungarns, wo sie versuchte, die zerstörten Kommunikationslinien wiederherzustellen.
August 1944 (Operation Iași-Chișinău): Am 20. August startete die Rote Armee eine Großoffensive. Rumänien wechselte am 23. August die Seiten und erklärte Deutschland den Krieg.
Auflösung der Einheit: Dies war eine Falle für die deutschen Einheiten in Rumänien. Die Luftnachrichten-Abteilung z.b.V. 13 wurde zu diesem Zeitpunkt aufgelöst. Viele Angehörige der Einheit gerieten in Gefangenschaft oder fielen bei Ausbruchsversuchen aus dem Kessel in Richtung Ungarn.
Auflösung und Zusammenlegung: Offizielle deutsche Aufzeichnungen belegen, dass die Abteilung z.b.V. 13 am 20. Oktober 1944 formell aufgelöst wurde.
Umsetzung: Die überlebenden Angehörigen der Luftwaffe, die den Rückzug aus Rumänien überlebt hatten, wurden anderen Einheiten des Luftgau-Nachrichten-Regiments 17 (mit Sitz in Wien) oder direkt den Fernmelderegimentern, die Ungarn verteidigten (z. B. im Raum Budapest), zugeteilt.
Verteidigungsoperationen in Ungarn: Die Überlebenden beteiligten sich Ende 1944 an der Sicherung der Verbindungen während der schweren Kämpfe am Plattensee und an der Verteidigung der Zufahrtswege nach Wien.
Plateau-Offensive: Im März 1945 nahmen die Überreste deutscher Einheiten an der letzten großen deutschen Offensive (Unternehmen Frühlingserwachen) am Plattensee teil, um den Zugang zu den Ölressourcen zurückzugewinnen. Auch hier stellten die Fernmeldeeinheiten die Kommunikation für die Luftunterstützung sicher, die zu diesem Zeitpunkt bereits minimal war.
März/April 1945: Nach dem Scheitern der Plattenau-Offensive startete die Rote Armee die Wien-Operation. Deutsche Einheiten wurden nach Österreich zurückgedrängt.
Verteidigung Wiens: Fernmeldespezialisten der Luftwaffe, darunter ehemalige Angehörige der 13. Division, beteiligten sich an der verzweifelten Verteidigung Wiens vom 2. bis 13. April 1945. Viele von ihnen kämpften dort als einfache Infanteristen.
Für die überlebenden Soldaten der 3. Kompanie war 1945 ein Jahr des totalen Chaos, der letzten Verteidigungskämpfe und der unausweichlichen Gefangennahme. Die Einheit existierte nicht mehr, und ihre Mitglieder beendeten den Krieg verstreut in verschiedenen improvisierten Verbänden.
Nach Kriegsende geriet Alfred in Gefangenschaft (höchstwahrscheinlich durch die Amerikaner), aus der er im November 1945 freigelassen wurde.
(Eltern: Josef Hollesch * 27.03.1887 und Bernadina Skutta * 04.08.1893)
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