Gratza Johann

Geboren:
22.10.1917, Deutsch Krawarn
Grablage:
Sloboda/Rusko
Verstorben:
Pnewo/Russland
Gefallen:
03.09.1941
Rang:
Unteroffizier
Orden:
Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
Residenz:
Deutsch Krawarn, Neisse
Heeresgattung:
Heer
Truppengattung:
Infanterie
Geschwister:
Alfred Gratza 1912, Franz Gratza 1914

Johann Gratza trat Ende 1938/39 in Glatz/Niederschlesien (heute Kłodzko, Woiwodschaft Niederschlesien/Polen) in die Wehrmacht ein. Er wurde der 3. Kompanie Infanterie-Regiment 38 zugeteilt. Das Regiment unterstand der 8. Infanterie-Division „Schlesisch“.

Am 1. September 1939 nahm die Division als Teil der 14. Armee innerhalb der Heeresgruppe „Süd“ am Feldzug nach Polen teil. Aus dem Gebiet südlich von Gleiwitz/Oberschlesien (heute Gliwice, Woiwodschaft Schlesien/Polen) rückte die Division über Nikolai/Oberschlesien (heute Mikołów, Woiwodschaft Schlesien/Polen) und Pleß/Oberschlesien (heute Pszczyna, Woiwodschaft Schlesien/Polen) nach Krakau (Woiwodschaft Kleinpolen/Polen) vor, überquerte den San und beteiligte sich an der Einkesselung der polnischen Armee zwischen Lemberg (heute Lwiw, Oblast Lwiw/Ukraine) und Lublin (Woiwodschaft Lublin/Polen) sowie zwischen Bug und San. Nach dem Ende des Polenfeldzugs wurde die Division im Oktober 1939 nach Westen verlegt und in der Eifel eingesetzt. Das Regiment befand sich zu dieser Zeit im Raum Köln am Rhein/Nordrhein-Westfalen.

Am 9. Mai 1940 stand das Regiment südlich von Aachen/Nordrhein-Westfalen im Wald an der belgischen Grenze nahe Losheimergarben/Belgien. Am 10. Mai 1940 nahm die Division als Teil der 4. Armee innerhalb der Heeresgruppe A am Westfeldzug teil. Sie überschritt die Grenze zu Belgien und rückte durch das Gebiet zwischen den wallonischen Städten Eupen und Malmedy sowie über die Flüsse Salm und Ourthe vor. Am 14. Mai 1940 kämpfte das Regiment bei Yvoir/Belgien um die Überquerung der Maas und die Errichtung eines Brückenkopfes im Westen. Die Division war damit die erste der Wehrmacht, die an diesem Tag die Maas überquerte. Am 15. Mai 1940 besetzte die Division Walcourt (Belgien) und stieß weiter nach Frankreich in Richtung Maubeuge und Beaumont-en-Cambresie (Département Nord, Region Haut-de-France) vor. Am 17. Mai 1940 erreichte sie die Maginot-Linie. Am 18. Mai 1940 nahm sie Hautmont ein und am 19. Mai 1940 die Stadt Maubeuge, wo sie auf die 7. Panzerdivision traf, die nach Abbeville (Département Somme, Region Haut-de-France) vorrückte. Anschließend marschierte sie weiter nach Bavay in Richtung Denain. In den Minenhalden am Stadtrand von Bouchain erwartete sie stärkerer Widerstand. Die Kämpfe an der Schelde und der Scarpe dauerten vier Tage. Am 26. Mai 1940 eroberte die Division Bouchain und Denain und rückte weiter in Richtung Dünkirchen vor (alle im Département Nord, Region Haut-de-France/Frankreich). In der zweiten Phase des Westfeldzugs überquerte die Division die Flüsse Somme und Oise in Richtung Paris (Region Île-de-France/Frankreich). Am 14. Juni 1940 nahm die Division zusammen mit der 28. Infanteriedivision am Einmarsch in Paris teil. Anschließend überquerte die Division die Loire bei Tours (Département Indre-et-Loire, Region Centre-Val de Loire/Frankreich) und rückte bis Rouen (Département Seine-Maritime, Region Normandie/Frankreich) vor, wo sie am Ende des Westfeldzugs stationiert blieb. Die Division diente anschließend als Sicherungstruppe in der Stadt. Ende 1940 wurde Johann in eine andere Kompanie desselben Regiments versetzt – die 9. Kompanie Infanterie-Regiment 38.

Im Frühjahr 1941 wurde die Division nach Sudauen/Ostpreußen (heute Suwalki, Woiwodschaft Podlachien/Polen) verlegt. Am 22. Juni 1941 nahm die Division als Teil der Heeresgruppe Mitte am Feldzug in die Sowjetunion teil. Die Division rückte von Sudauen über die Grenze nördlich von Augustów (heute Woiwodschaft Polde/Polen) nach Grodno (Oblast Grodno/Belarus) vor. Nach der Rückeroberung der Stadt am 24. Juni 1941 stieß die Division südlich von Vilnius in Richtung Minsk (Oblast Minsk/Belarus) vor und beteiligte sich an der Schließung und Auflösung großer sowjetischer Einkesselungen. Nach der Überquerung der Beresina nahm die Division im Juli 1941 an der Schlacht um Smolensk (Oblast Smolensk/Russland) teil. Die Kämpfe dort waren äußerst kräftezehrend, und die Division erlitt ihre ersten schweren Verluste. Im September 1941 sah sich die Division östlich von Smolensk, nahe des Dorfes Pnewo, einer sowjetischen Offensive gegenüber. Es handelte sich um einen der ersten erfolgreichen Gegenangriffe der Roten Armee, die die deutsche Frontlinie bei Jelnja (Oblast Smolensk/Russland) zu durchbrechen versuchte.

Während dieser Offensive fiel Johann am 3. September 1941 nahe des Dorfes Pnewo (Oblast Smolensk/Russland). Er wurde von einer Granate direkt getroffen.

Johanns sterbliche Überreste wurden noch nicht auf den neu angelegten Soldatenfriedhof überführt. Er ist noch immer an seinem ursprünglichen Ort im Dorf Sloboda, 40 km östlich von Smolensk (Oblast Smolensk/Russland), begraben.

Dekorationen:

Infanterie-Sturmabzeichen in Silber

(Eltern: Franz Gratza * 13.12.1888 † 05.05.1955 und Ottilie Scheffczik * 09.12.1887 †)

Auszeichnungen:

  • Infanterie-Sturmabzeichen in Silber

Sein Sammelbuch ist erhalten geblieben und befindet sich in der Sammlung eines unserer Mitglieder.

Sammelbuch von Johann Gratza

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